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Auch das Umgangsrecht der Großeltern muss dem Wohl des Kindes dienen

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Das Umgangsrecht mit einem Kind trifft nicht nur dessen Eltern, sondern es erstreckt sich auch auf Großeltern und Geschwister. Voraussetzung ist aber immer, dass der Umgang dem Wohl des Kindes dient. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig in einem Fall klargestellt, in dem die Großeltern ein Umgangsrecht durchsetzen wollten, aufgrund einer ausgeprägten Zerstrittenheit mit der Mutter des Kindes jedoch scheiterten. Das OLG befürchtete, das Kind könne in einen Loyalitätskonflikt zwischen den Großeltern und seiner Mutter geraten (OLG Braunschweig, Beschluss vom 30.06.2021, Az.: 2 UF 47/21).

Die Eltern des Kindes lebten getrennt. Die Großeltern väterlicherseits wollten einen regelmäßigen Wochenend- und Ferienumgang mit dem Kind durchsetzen. Bei ihrem Sohn stießen sie damit auf offene Ohren. Die Mutter des Kindes sprach sich allerdings gegen einen weitergehenden Umgang der Großeltern mit dem Kind aus. Dabei berief sie sich unter anderem darauf, dass die Beziehung zwischen den Großeltern und ihr erheblich belastet sei.

Das und die während des Verfahrens gezeigte Haltung der Großeltern gegenüber ihrer Schwiegertochter genügte dem Gericht, den Antrag der Großeltern auf Durchsetzung eines eigenen Umgangsrechts zurückzuweisen. Das Gericht stellte klar, dass auch ein solches Umgangsrecht dem Wohl des Kindes dienen muss. Insoweit verwies das OLG auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, nach der ein Umgang der Großeltern regelmäßig dann nicht des Kindeswohl dient, wenn die Eltern und die Großeltern so zerstritten sind, dass das Kind bei einem Umgang in einen Loyalitätskonflikt geraten kann oder es konkrete Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Großeltern den verfassungsrechtlich eingeräumten Erziehungsvorrang der Eltern missachten.

Im Verfahren war jedoch die offenkundig feindselige Haltung der Großeltern gegenüber der Mutter des Kindes deutlich geworden, die nach Einschätzung des OLG auf eine Entwertung der Erziehungseignung der Mutter abzielte. Das deckte sich mit dem Vorbringen der Mutter, dass sich die Großeltern wiederholt abwertend über sie und ihre Biografie geäußert hätten. Im Vergleich zur Mutter, die aus dem Osten stammte und deren eigene Mutter als Reinigungskraft tätig war, hatten sich die Großeltern väterlicherseits als Akademiker und gut situiertes Ehepaar so dargestellt, als seien sie besser zur Förderung des Kindes geeignet. Dieses Verhalten hätte dem OLG zufolge einen Loyalitätskonflikt für das Kind bedeutet.

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