Einzuleitende Schritte bei der Trennung

| Familienrecht

Trennen sich Eheleute, so führt dies häufig genug zu einer endgültigen Trennung, in der Folgezeit auch zur Scheidung der Ehe.

Die Trennung markiert mithin einen einschneidenden Schnitt hinsichtlich der wirtschaftlichen Verhältnisse. Ab der Trennung verfolgen die Ehegatten regelmäßig keine gemeinsamen wirtschaftlichen Ziele mehr, sondern stellen sich - mehr oder weniger zwangsläufig - auf die jeweilige wirtschaftliche Eigenverantwortung ein.

Sich vor Vermögensabflüssen und illoyalen Verfügungen schützen

Um im Rahmen der sich aus der Trennung ergebenden wirtschaftlichen Auseinandersetzungen gewappnet zu sein, ist es erforderlich, über die Verhältnisse des jeweils anderen Ehegatten so gut wie möglich Bescheid zu wissen.

Daher sollten sich die Ehegatten im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften Kenntnis z.B. über die Kontoverbindungen, Kontostände, Lebensversicherungen, Aktiendepots, Unternehmensbeteiligungen, Beteiligungen an Immobilienfonds und dergleichen mehr verschaffen.

Grundsätzlich bestehen nach einer Trennung wechselseitig umfassend Ansprüche auf Auskunft über Einkommen und Vermögen, das auch die Vorlage von Belegen einschließt. Diese geltend zu machen und durchzusetzen ist aber oft mühsam und langwierig, wenn ein Ehepartner "mauert".

Daher empfiehlt es sich, vorsorgend Informationsquellen zu erschließen, die nach einer Trennung rasch versiegen.

Zu empfehlen ist außerdem, wegen der mit einer Trennung verbundenen hohen emotionalen Belastung baldmöglichst einen kompetenten Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Familienrecht aufzusuchen, um mit professioneller Hilfestellung auszuloten, ob einvernehmliche Regelungen über die Folgen der Trennung und Scheidung möglich sind. Dies spart nicht nur Nerven, sondern im Zweifel auch Geld.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Wenn die Eheleute in der Vergangenheit die steuerliche Veranlagung gemeinsam durchgeführt haben, kann jeder Ehegatte beim Finanzamt Einsicht in die Einkommensteuererklärungen und die Einkommensteuerbescheide nehmen, aus der sich die wesentlichen wirtschaftlichen Verhältnisse ergeben, jedenfalls dann, wenn die Eheleute steuerehrlich gewesen sind.

Darüber hinaus haben Eheleute regelmäßig wechselseitig Zugang zu den Konten, können also nicht nur die Konto-Nr. notieren, sondern auch die Kontostände ermitteln und Kopien von Konto- oder Depotauszügen anfertigen.

Auch schon in intakter Ehe sind Eheleute übrigens verpflichtet, einander über ihr Vermögen in groben Zügen zu unterrichten. Es kann nicht schaden, sich in einer intakten Ehe über die Vermögensverhältnisse des anderen orientiert zu halten. Das ist nicht nur ratsam für den Fall einer möglichen Trennung sondern auch für den Fall, wenn dem Ehepartner etwas zustößt, er plötzlich verstirbt oder er sich aus anderen Gründen um seine Angelegenheiten plötzlich nicht mehr ausreichend kümmern kann.

Diese Vorgehensweise hilft gegebenenfalls zu bemerken, wenn es nach der Trennung zu illoyalen Vermögensverfügungen kommt oder zu anderen den Ehegatten benachteiligenden Vermögensabflüssen.