Erbrachte Handwerker­leistungen im Scheidungsfall

| Familienrecht

Bei einer Vielzahl von Scheidungen stellt sich die Problematik, dass entweder einer der Ehegatten oder aber ein beteiligter Elternteil (Schwiegereltern) Handwerkerleistungen im Familienheim der Eheleute erbracht hat, ohne dass diese angemessen honoriert worden sind. Für gemeinhin sprechen die Eheleute von Schenkungen desjenigen, der diese Handwerkerleistungen erbracht hat, obgleich die Rechtsprechung diese Leistungen nicht als Schenkungen, sondern als in aller Regel zweckgebundene oder auch ehebedingte Zuwendungen ansieht.

Besonders problematisch ist die Berücksichtigung dieser Leistungen, wenn sie nicht für ein gemeinsames Hausobjekt, sondern für das Haus, welches im Alleineigentum eines Ehegatten steht, erbracht worden sind.

In Betracht kommen insofern Arbeiten am Grundstück wie Ausschachtungsarbeiten, Bodenarbeiten, die Anlage des Gartens, aber auch Arbeiten am aufstehenden Gebäude, insbesondere Installateurarbeiten, Arbeiten an der Heizungsanlage, Maurerarbeiten, Fliesenarbeiten und dergleichen mehr.

Schwierig wird es bei einem Grundstück im Alleineigentum und bei Leistungen an Dritte

Wenn es sich um Leistungen handelt, die ein Ehegatte für eine gemeinsame Immobilie erbringt, wird sich die Ausgleichsproblematik regelmäßig nicht stellen. Vielmehr ist - von Ausnahmen abgesehen - davon auszugehen, dass es sich um Leistungen handelt, die zur Verwirklichung der ehelichen Lebensgemeinschaft erbracht worden sind.

Anders ist es, wenn der erbringende Ehegatte nicht in den Genuss der wertsteigernden Wirkung der Leistungen gelangt, weil er nicht oder nicht anteilig Miteigentümer des Grundstücks ist. Die Ausgleichsmechanismen sind in der Höhe sehr unterschiedlich. Es spielt eine besondere Rolle, ob die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand leben oder Gütertrennung vereinbart haben.

Auch ist von Bedeutung der Wert der erbrachten Leistungen einerseits sowie der Zeitraum, der nach Beendigung der in Rede stehenden Arbeiten bis zur Trennung und Scheidung verstrichen ist.

In jedem Fall ist zu empfehlen, die Ausgleichsproblematik durch einen fachkundigen Rechtsanwalt bzw. einen Fachanwalt für Familienrecht prüfen zu lassen.

Dies gilt umso mehr, wenn es sich um sogenannte Schwiegereltern-Zuwendungen handelt, bei denen geprüft werden muss, ob die zuwendenden Schwiegereltern beide Ehegatten gleichmäßig haben begünstigen wollen oder nur den einen oder anderen Ehegatten.