Düsseldorfer Tabelle

| Familienrecht

Die Düsseldorfer Tabelle ist für die Familiengerichte in den meisten Fällen Maßstab für den Kindesunterhalt. Die aktuelle Tabelle ist gültig seit dem 1. Januar 2021.

Kindesunterhalt

Bei getrenntlebenden Eltern schuldet der Elternteil den Barunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle, bei dem das Kind nicht seinen Lebensmittelpunkt hat, und zwar bezogen nur auf die Höhe seines Einkommens. Die Betreuung des minderjährigen Kindes durch den Elternteil, bei dem das Kind lebt, wird als dem Barunterhalt gleichwertig erachtet.

Betreuen beide Eltern die Kinder gleich oder nahezu gleichwertig in ihren beiderseitigen Haushalten oder trotz Getrenntlebens in der Ehewohnung (sogenanntes Wechselmodell), dann sind sie auch beide barunterhaltspflichtig. Der Tabellenwert berechnet sich dann nach dem zusammengerechneten Einkommen der Eltern. Es muss dann der Haftungsanteil ausgerechnet werden, mit dem jeder Elternteil nach seinem Einkommen zu dem Unterhalt beizutragen hat. Es muss also ein Geldausgleich zwischen den Eltern ermittelt werden, in den auch Aufwendungen einfließen, den ein Elternteil allein trägt. Im Detail kann die Berechnung dann recht kompliziert werden.

Wird das Kind volljährig, so wird ähnlich wie beim Wechselmodell gerechnet, nur mit dem Unterschied, dass der Unterhalt dann rechtlich dem volljährigen Kind selbst zu leisten ist.

Für volljährige Kinder, die nicht mehr im Haushalt der Eltern wohnen, beispielsweise Studentinnen oder Studenten, sehen die Leitlinien der Oberlandesgerichte einen Regelbetrag von 860 € vor, darin enthalten Wohnkosten von bis zu 375 €.

Um feststellen zu können, wie hoch der Barunterhalt ist, muss zunächst das bereinigte Nettoeinkommen desjenigen ermittelt werden, der barunterhaltspflichtig ist. Dabei müssen Steuern, Sozialversicherungsbeiträge Vorsorgeaufwendungen und unterhaltsrechtlich anzuerkennende laufende Schuldverpflichtungen abgezogen werden. Dann liest man die Höhe des Kindesunterhaltes aus der Düsseldorfer Tabelle ab. Diese ist ein Hilfsmittel zur Berechnung des Unterhalts, das praktisch in der gesamten Bundesrepublik von den Familiengerichten benutzt wird.

Grundlage der Tabellenbeträge ist der sogenannte Mindestunterhalt, der sich am steuerlichen Existenzminimum eines Kindes orientiert und entsprechend etwa alle zwei Jahre angepasst wird.

Die Düsseldorfer Tabelle geht von einer „Normfamilie" aus, bei der der Unterhaltspflichtige für zwei Kinder und einen Ehepartner Unterhalt zu leisten hat. Die Tabelle legt also drei Unterhaltsberechtigte zugrunde. Natürlich gibt es Fälle, in denen weniger oder mehr Familienmitglieder zu versorgen sind. Dies wird dann durch entsprechende Zu- oder Abschläge zu den Tabellenwerten berücksichtigt.

So einfach die Düsseldorfer Tabelle zu lesen ist: Es gibt viele Abweichungen von dem dort dargestellten Normalfall. Die Rechtsprechung der Gerichte zu solchen Fällen ist oftmals verwirrend, für Laien unverständlich und nicht immer einheitlich. Es empfiehlt sich daher, sich für seinen konkreten Fall von einem aufs Familienrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen.

Sind die Kinder privat krankenversichert, so kommen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung noch zum Tabellenunterhalt hinzu. Auch die Studiengebühren für Kinder, die ein Studium absolvieren, sind in den Beträgen der Düsseldorfer Tabelle nicht enthalten. Hier muss also zusätzlich zum Tabellenbetrag der Aufwand für die Krankenvorsorge und die Studienkosten vom Unterhaltspflichtigen eingefordert werden.

Die Betreuung des minderjährigen Kindes durch einen Elternteil, bei dem das Kind lebt, ist dem Barunterhalt gleichwertig. Durch die Betreuung und Erziehung der Kinder wird eine Leistung erbracht, die nicht hinter dem zurücksteht, was der andere Elternteil an Bargeld zahlt.

Während der Berufsausbildung kann ebenfalls noch ein Unterhaltsanspruch des Kindes bestehen. Die Ausbildungsvergütung wird dann allerdings auf den Unterhaltsbedarf angerechnet. Wohnt das Kind noch im Haushalt eines Elternteils, dann wird die Nettoausbildungsvergütung vor der Anrechnung pauschal um 100,00 € ausbildungsbedingten Mehrbedarf gekürzt.

Die folgenden Tabellen enthalten die sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils (hälftiges Kindergeld bei Minderjährigen, volles Kindergeld bei Volljährigen) ergebenden Zahlbeträge. Ab dem 1.Januar 2021 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind jeweils 219 EUR, für das dritte Kind 225 EUR und das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250 EUR.

1. und 2. Kind
3. Kind
ab 4. Kind