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Vermögensübertragung im Unternehmerhaushalt

Als wenn das operative Geschäft selbst nicht schon anstrengend genug wäre. Um das Unternehmen, das darin investierte Vermögen und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten, muss es auch eine kluge Vorsorge- und Nachlassplanung geben. Dabei gilt es auch, steuerliche Vorteile zu nutzen und steuerschädliche Gestaltungen zu vermeiden.

Die wichtigsten Fragen sind:

  • Ist die Unternehmensführung gesichert, wenn der Einzelunternehmer oder geschäftsführende Gesellschafter (wegen Krankheit, Alter, Unfall) längerfristig oder gar dauerhaft ausfallen?
  • Wer aus dem Kreis der in Betracht kommenden Erben soll in das Unternehmen nachfolgen?
  • Wie sind erbrechtliche Ansprüche der ausscheidenden Erben zu regeln?
  • Wie wird die Ehefrau abgesichert?
  • Wie lassen sich steuerrechtliche Privilegierungen der Übertragung von Betriebsvermögen nutzen?

Wann muss man sich über die Vermögensübertragung Gedanken machen?

Michael Grüßenmeyer: Im Grunde immer und ständig neu. In jungen Jahren des Unternehmers steht die Frage im Vordergrund, wie das Unternehmen für den Fall seines eigenen Ausfalls gesichert werden kann. Hier spielt die Frage eines adäquaten Versicherungsschutzes ebenso eine Rolle wie die Ausstellung von Vorsorgevollmachten und gesellschaftsvertraglichen oder testamentarischen Vorkehrungen. Oft wird es sinnvoll und erforderlich sein, für den Fall des Todes eine Testamentsvollstreckung anzuordnen und die Aufgaben des Testamentsvollstreckers zu gestalten. In reiferen Jahren wird es dann mehr im Vordergrund stehen, den voraussichtlichen Nachlass zu verteilen und die Unternehmensnachfolge zu klären. Zur Optimierung erbschaftssteuerlicher Folgen kann es dann auch in Betracht kommen, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu übertragen, um die erb- und steuerrechtlichen Freibeträge mehrfach nutzen zu können.

Wozu raten Sie konkret?

Michael Grüßenmeyer: Die Frage ist nicht zu beantworten, solange man den konkreten Vermögensstatus nicht kennt. Generell ist zu sagen, dass man sowohl in steuerrechtlicher Hinsicht als auch in erb- und familienrechtlicher, gegebenenfalls auch in gesellschaftsrechtlicher Hinsicht Rat suchen sollte, weil die Verhältnisse oft so komplex sind, dass steuerrechtlich motivierte Regelungen in erb- und familienrechtlicher Hinsicht problematisch sind und umgekehrt. Anwalt und Steuerberater können sich hier gut ergänzen.

 

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"Zur Optimierung erbschaftssteuerlicher Folgen kann es in Betracht kommen, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu übertragen."

Michael Grüßenmeyer ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Familienrecht und Fachanwalt für Erbrecht. Er ist zudem Mitautor eines Handbuchs für Unternehmensnachfolge.