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Mit der Testamentsvollstreckung kann der Erblasser den Umgang mit dem Nachlass gestalten

Primäres Ziel der Testamtsvollstreckung ist die geordnete Abwicklung eines Nachlasses. Grund dafür kann eine Vielzahl von Erben sein, die sich untereinander so spinnefeind sind, dass eine Auseinandersetzung des Nachlasses kaum möglich erscheint. Oder es ist der Wunsch des Erblassers, eine Zerschlagung seines Nachlasses, etwa eines Unternehmens, zu verhindern.

Tätig wird in beiden Fällen der Testamentsvollstrecker. Dies ist in der Regel eine vom Erblasser im Testament oder im Erbvertrag benannte Person – oft sind es Rechtsanwälte, Steuerberater oder auch Notare. Der Testamentsvollstrecker kann alternativ auf Ersuchen des Erblassers vom Nachlassgericht bestimmt werden. Er erhält für seine Tätigkeit eine angemessene Vergütung.

Es gibt es die Auseinandersetzungsvollstreckung und die Dauervollstreckung. Bei der Auseinandersetzungsvollstreckung organisiert der Testamentsvollstrecker den Nachlass, begleicht die Schulden und verteilt das verbleibende Vermögen zwischen den Erben und sonstigen Berechtigten. Bei der Dauervollstreckung verwaltet der Testamentsvollstrecker das zum Nachlass gehörende Vermögen für die Erben weiter. Die maximale Zeitspanne für eine Dauervollstreckung liegt bei 30 Jahren.

Solange die Testamentvollstreckung andauert, verwaltet der Testamentsvollstrecker den Nachlass. Er übt den Besitz über die Gegenstände des Nachlasses aus und verfügt über sie. Er sichert und erhält das ihm anvertraute Vermögen und setzt die Anordnungen des Erblassers um. Weder die Erben selbst noch deren Gläubiger können in dieser Zeit auf den Nachlass zugreifen.