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Die fünf Gebote der Unternehmensnachfolge

Für die Übertragung eines Unternehmens gleich welcher Größe in die nächste Generation gilt:

1. Gebot:
An dem Unternehmen oder den Anteilen soll keine Erbengemeinschaft entstehen (was bei Personengesellschaften schon rechtlich ausgeschlossen, bei einer GmbH aber möglich ist). Sonst besteht die Gefahr, dass Auseinandersetzungen unter den Erben ins Unternehmen getragen werden.

2. Gebot:
Die Fortführung des Unternehmens soll durch über den Tod hinausreichende Vollmachten oder Testamentsvollstreckung sichergestellt werden. Kein Angehöriger, der darauf nicht vorbereitet ist, soll durch eine Erbschaft in die Rolle eines Unternehmers gelangen.

3. Gebot:
Das Unternehmen soll nicht Gegenstand einer Auseinandersetzung des Nachlasses werden. Der Erbe, der in das Unternehmen nachfolgen soll, muss Alleinerbe sein oder das Unternehmen als (Voraus-)Vermächtnis erhalten. Bei der Auseinandersetzung eines Nachlasses, zu dem ein Unternehmen gehört, haben Ausgleichsleistungen des Erben, dem das Unternehmen zufällt, nachteilige einkommensteuerrechtliche Folgen, da im Zuge einer solchen Auseinandersetzung eine Unternehmensveräußerung stattfindet.

4. Gebot:
Der Nachfolgererbe soll nicht zu Ausgleichsleistungen an die übrigen Nachlassbeteiligten, die nicht Nachfolger werden, verpflichtet werden. Im Idealfall reicht der übrige Nachlass zu einer angemessenen Ausstattung der übrigen Erben aus und wird diesen entsprechend zugewandt. Ausgleichungspflichten können nachteilige einkommensteuerrechtliche Folgen haben.

5. Gebot:
Die Unternehmensfolge soll nicht durch Vor- und Nacherbschaften generationsübergreifend vererbt werden. Nacherbschaften sind ein schweres Hemmnis für unternehmerische Entscheidungen, weil sie Substanzveräußerungen und Kreditaufnahmen erschweren.

Die Umsetzung dieser Gebote im konkreten Einzelfall bedarf einer weisen und umsichtigen Gestaltung, die familiäre, erbrechtliche und steuerliche Gesichtspunkte umfasst und miteinander abstimmt.