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Der Versorgungsausgleich regelt die Folgen der Scheidung im Ruhestand

Die finanzielle Gerechtigkeit, die es im Fall einer Scheidung zu finden gilt, reicht bis ins Rentenalter hinein, mag dieses auch noch so weit entfernt sein. Denn als Ehegatten haben beide Partner Ansprüche erworben, von denen sie bei einem Fortbestand der Ehe wechselseitig profitiert hätten. Diese sind auszugleichen.

Seit Herbst 2009 werden alle Scheidungsanträge nach dem neuen Versorgungsausgleichsgesetz behandelt. Danach sind alle in der Ehezeit (vom Monat der Eheschließung bis zum Monat vor Zustellung des Scheidungsantrags) erworbenen Rentenansprüche zwischen den Ehegatten zu teilen. Das gilt auch für die Partner einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft.

In den Versorgungsausgleich werden folgende Anwartschaften einbezogen:

  • gesetzliche Rentenversicherung
  • Beamtenversorgung
  • berufsständische Versorgung (Anwälte, Ärzte etc.)
  • betriebliche Altersversorgung
  • private Rentenversicherungen, bei denen definitiv eine Rentenzahlung erfolgen wird


Privat (nicht durch den Arbeitgeber) finanzierte Kapitallebensversicherungen, Risikolebensversicherungen, Leistungen von ausländischen Versorgungsträgern und noch nicht unverfallbare Anwartschaften nach dem Betriebsrentenrecht fallen nicht mit in den Versorgungsausgleich.

Die Versorgungsträger berechnen den Wert der in der Ehezeit erworbenen Anwartschaften und teilen diesen dem Familiengericht mit. Das Familiengericht muss dann in seiner Regelung über die Teilung von Anwartschaften dafür sorgen, dass eine gleichwertige Teilhabe der Ehegatten an den in der Ehezeit erworbenen Anwartschaften gesichert ist. Dies regelt das Gericht von Amts wegen, es sei denn, die Ehe hätte weniger als drei Jahre gedauert. Bei kurzen Ehen unter drei Jahren wird der Versorgungsausgleich nur auf Antrag durchgeführt. Die Eheleute können auch durch notariellen Vertrag oder gerichtlichen Vergleich Vereinbarungen über die Durchführung des Ausgleichs treffen.

In der Praxis erhält nach der Entscheidung des Familiengerichts jeder Ehepartner ein eigenes Konto beim Versorgungsträger seines Partners. Die erworbenen Rentenanrechte werden künftig auf den getrennten Konten geführt.