DSC0076VAR

Unterhalt für Kinder

Dem Kindesunterhalt liegt eine ganz einfache Regel zugrunde: Wer nach der Trennung ein minderjähriges Kind erzieht und pflegt, erfüllt auf diese Weise seine Unterhaltspflicht. Der andere Elternteil muss sich mit Barunterhalt, also einer Geldleistung, beteiligen. Betreuung und Barunterhalt stehen gleichwertig nebeneinander.

Unterhaltsverpflichtet ist in diesem Fall derjenige, bei dem das Kind nicht dauerhaft lebt. Im Einzelfall kann anderes gelten, wenn die Eltern sich auch nach der Trennung die Aufgaben der Kindesbetreuung teilen und das Kind abwechselnd bei dem einen und dem anderen Elternteil lebt (sog. Wechselmodell oder Pendelmodell).

Wie viel der Barunterhaltspflichtige zahlen muss, richtet sich nach seinem Einkommen und dem Alter des Kindes. Zum Einkommen zählen alle Nettoeinkünfte, von denen berufsbedingte Aufwendungen und bestimmte Schulden und Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden dürfen. Beim Alter der Kinder ist vor allem maßgeblich, ob sie bereits volljährig sind oder noch nicht. Volljährige Kinder haben nur dann einen Unterhaltsanspruch, wenn sie sich in der Ausbildung befinden oder dem Arbeitsmarkt wegen Krankheit nicht voll zur Verfügung stehen. Wobei Kinder bis zum 21. Lebensjahr privilegiert sind, das heiß weiterhin Vorrang gegenüber Unterhaltsansprüchen anderer haben, wenn sie sich noch in der Schulausbildung befinden und im Haushalt eines Elternteils leben.

Grundsätzlich steht dem Unterhaltsverpflichteten ein Selbstbehalt zu. Dessen Höhe liegt bei:

• 1.080 € bei minderjährigen und volljährigen privilegierten Kindern,
• 880 €, wenn er bei der vorgenannten Konstellation nicht selbst erwerbstätig ist,
• 1.300 € bei volljährigen, nicht privilegierten Kindern.

Die Familiengerichte bedienen sich zur Festlegung des Kindesunterhalts meist der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, die gestaffelte Einkommensstufen und vier Altersstufen der Kinder berücksichtigt.

Kindergeld wird bei minderjährigen Kindern hälftig zwischen den Eltern verteilt. Bei volljährigen Kindern wird es voll auf den Bedarf des Kindes angerechnet.